Gebetsläuten

Die Glocken unserer Kirche laden nicht nur zu den Gottesdiensten ein. Sie wollen auch zum Innehalten und Beten im Alltag anleiten. Dazu dient seit Jahrhunderten das Gebetläuten, das viermal täglich erklingt.

Glocken im Turm der Marktkirche Hannover
Bildrechte: epd bild/Jens Schulze

Morgens um 5.30 Uhr in Dickenreishausen, um 6.00 Uhr in Volkratshofen läutet jeweils eine Glocke und begrüßt den neuen Tag.

Mittags um 11.00 Uhr läutet eine Glocke zum Friedensgebet: In der Hektik des Tages erinnern wir uns kurz, dass Friede und Zusammenhalten Voraussetzung für unser Glück, unseren Wohlstand und Erfolg sind. Wir danken dafür und bitten gleichzeitig, dass Gott ihn uns erhält.

Nachmittags um 16.30 Uhr (Dickenreishausen) bzw. um 17.00 Uhr (Volkratshofen) riefen die Glocken in früheren Zeiten die Bauern vor der Stallzeit heim von den Feldern. Heute wird der Feierabend eingeläutet – Zeit, an die Menschen zu denken, mit denen wir zu tun hatten, an unsere Familie, an die, die uns nahe stehen.

In Vollkratshofen läutet die Gebetsglocke das letzte Mal um 19.00 Uhr. In Dickenreishausen variiert das letzte Gebetsläuten je nach Jahreszeit und Sonnenuntergang: Zur Winterzeit um 18.00 Uhr, im Frühjahr und Herbst um 19.30 Uhr, im Sommer um 21.00 Uhr. Wir legen den Tag in Gottes Hand, danken für das Gelungene, befehlen ihm alles Offene an.

 

Heft zum Gebetsläuten

 

Näher Informationen zum Gebetsläuten finden Sie auf der Seite „Hörst du nicht die Glocken?“. Ein kleines Heft mit Gedanken und Gebeten zum Glockenläuten im Tageslauf liegt in unseren Kirchen aus.

 

 

 

 

 

 

 

Hier Anregungen für Gebete zu den einzelnen Tageszeiten:

 

Gebete am Morgen (zum Morgenläuten oder beim Aufstehen)

Danke für diesen guten Morgen,

danke für jeden neuen Tag.

 

Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.

(Martin Gotthard Schneider, vgl. Evangelisches Gesangbuch Nr. 334)

 

Es ist köstlich, dem Herrn zu danken,

zu lobsingen deinem Namen, höchster Herr,

 

schon am Morgen deine Gnade zu verkünden,

deine Treue rühmen auch bei Nacht.

 

Du, Herr, lässt mich fröhlich singen,

ich rühme die Taten deiner Hände.

Wie groß sind, Herr, deine Werke,

du bist der Höchste, du bleibst ewig.

(Nach Psalm 92)

 

Friedensgebete zum 11-Uhr-Läuten

Verleih uns Frieden gnädiglich,

Herr Gott, zu unsern Zeiten.

 

Es ist ja doch kein andrer nicht,

der für uns könnte streiten,

als du, unser Gott, alleine.

(Martin Luther, vgl. EG 421)

 

Führe mich vom Tod ins Leben, aus dem Trug in die Wahrheit.
Führe mich aus Verzweiflung in die Hoffnung, aus Angst ins Vertrauen.
Führe mich vom Hass zur Liebe, vom Krieg zum Frieden.
Lass Frieden unser Herz erfüllen, unsre Erde und das All.
Amen.

(„Gebet für den Frieden“, von London ausgehende Gebetskette zur Mittagszeit.)

 

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen.

Und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht,

und dein Recht wie den Mittag.

 

Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.

Bleibe fromm und halte dich recht,

denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.

(aus Psalm 37)

 

Gebete am frühen Abend

 

Bevor die Sonne sinkt,

will ich den Tag bedenken.

 

Die Zeit, sie eilt dahin,

wir halten nichts in Händen.

 

Bevor die Sonne sinkt,

 will ich das Sorgen lassen.

 

Mein Gott, bei dir bin ich,

zu keiner Stund vergessen.

(Christa Weiß, Kurt Rommel, vgl EG 491)

 

Wenn der Herr nicht das Haus baut,

so arbeiten umsonst, die daran bauen.

 

Wenn der Herr nicht die Stadt behütet,

so wacht der Wächter umsonst.

 

Es ist umsonst, wenn wir früh aufstehen

und dann lange arbeiten,

und essen unser Brot mit Sorgen,

denn seinen Freunden gibt der Herr es im Schlaf.

(Nach Psalm 127)

 

Gebete am Abend

 

Nun sich der Tag geendet,

mein Herz zu dir sich wendet,

 

und danket inniglich.

Dein holdes Angesichte,

 

zum Segnen auf mich richte,

erleuchte und entzünde mich.

 

Ein Tag, der sagt‘s dem andern:

 

Mein Leben sei ein Wandern

zur großen Ewigkeit.

 

O Ewigkeit, du schöne,

mein Herz an dich gewöhne,

 

mein Heim ist nicht in dieser Zeit.

(Gerhard Teerstegen, vgl EG 481)

 

 

Lobe den Herrn, meine Seele,

und was in mir ist, seinen heiligen Namen.

 

Lobe den Herrn, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

 

Der dir alle deine Sünden vergibt,

und heilet alle deine Gebrechen.

 

Der dein Leben vom Verderben erlöst.

Der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.

(Nach Psalm 103)

 

Das Abendgebet steige auf zu dir, Herr,
und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen.
Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht.
Lass deine Wahrheit uns leuchten,

wenn das Licht dem Dunkel weicht.
Schenke uns deinen Frieden in der Nacht,

 

und lass uns wieder aufstehen

mit deinem Lob auf unsern Lippen.